SPIEL XY: Die Mutter aller Reviews

Mit SPIEL XY gelang der Entwicklerschmiede YX vor knapp sechs Jahren ein echter Überraschungshit, der sowohl von Presse als auch von den Spielerinnen und Spielern in den höchsten Tönen gelobt wurde. Mittlerweile zählt XY zu den wichtigsten Marken des Publishers, weshalb es nicht verwundert, dass auch in diesem Jahr ein weiterer Ableger der beliebten Spielereihe für die aktuellen Next-Gen-Konsolen erschienen ist. Fünf Hauptteile und zwei Spin-Offs umfasst das Franchise mittlerweile, die alle (bis auf XY: The Beginning) im XY-Universum spielen und dabei die Story der untypischen Heldinnen und Helden weiterspinnen. Im Rahmen der letztjährigen Electronic Entertainment Expo (E3) wurde der nun sechste Teil der Hauptserie mit einem kurzen CGI-Trailer angekündigt. Auch wenn man der Spielebranche eine gewisse Innovationsarmut, angesichts der zahlreichen Remakes und Fortsetzungen, vorwerfen könnte, zeigten die Reaktionen der Fans, dass sie sich sehr wohl über neues Futter aus dem XY-Universum freuen. Spätestens seit dem Launch-Trailer im letzten Monat fährt der Hype-Zug nun regelrecht auf Hochtouren. Wir haben SPIEL XY: REVENANT für euch bereits vorab auf Herz und Nieren getestet und sagen euch, ob sich Fans der Spielereihe auf einen weiteren Meilenstein freuen dürfen.

Mit SPIEL XY: REVENANT erscheint nun der erste Teil des wilden 3D-Genremixes für die aktuellen Next-Gen-Konsolen. Zahlreiche Fans haben voller Vorfreude auf den Release hingefiebert und schaffen für MAIN CHARACTER und seine illustre Gefolgschaft selbstverständlich gerne Platz im Konsolenlaufwerk. Aber auch Neulinge im XY-Universum sollen durch verfeinerte Technik und frisches Gameplay als Käufer gewonnen werden. Tatsächlich eignet sich der neuste Ableger perfekt als Einstieg in die Spielereihe: XY-Veteranen werden an manchen Stellen zwar die eine oder andere Referenz zu den Ereignissen aus den Vorgängertiteln entdecken, durch seine eigenständige Story lassen sich die Ereignisse aber auch ohne jegliches Vorwissen lückenlos nachvollziehen. Die Geschichte spielt fünf Jahre nach den Ereignissen aus dem direkten Vorgänger und im Laufe eures Abenteuers trefft ihr dabei nicht nur auf alte Bekannte aus dem XY-Universum, sondern auch auf eine Handvoll neuer Charaktere. Dementsprechend haben die Entwickler auch neue Schauplätze integriert, die in ihrer Präsentation durchaus abwechslungsreich gestaltet wurden. Generell muss man ENTWICKLER YX erneut für die audiovisuelle Präsentation loben: Die Soundeffekte sind stimmig, die musikalische Untermalung ist gewohnt kinoreif und die Charakteranimationen wissen durchgängig zu überzeugen. Lediglich die Gesichtsanimationen wirken immer mal wieder etwas steif, beispielsweise bei den zahlreichen Dialogen zwischen MAIN CHARACTER und den NPCs. Ansonsten läuft das Spiel absolut flüssig und die zahlreichen CGI-Cutscences versprühen echte Blockbuster-Atmosphäre.

Auch die Next-Gen-Controller wurden bei der Entwicklung berücksichtigt, sodass euer Controller nun in Gefahrenmomenten deutlich stärker vibriert. Die bekannten – sowie auch ein paar neue – Funktionen und Befehle lassen sich wie gewohnt mit den jeweiligen Tasten eures Controllers ausführen: Auf X springt ihr und agiert mit eurer Umwelt, mit Kreis und Dreieck wechselt ihr zwischen euren jeweiligen Skills und mit den Analog-Tasten öffnet ihr euer Inventar oder die Map. Etwas ärgerlich allerdings, dass es erneut keine Möglichkeit gibt, ein eigenes Controller-Mapping vorzunehmen, um die Funktionen und Befehle den jeweiligen Knöpfen individuell zuzuweisen. ENTWICKLER YX möchte diesen Umstand, auch im Sinne des barrierefreien Gamings, aber innerhalb des nächsten Jahres mit einem Patch beheben.

In Sachen Gameplay haben die Entwickler an den richtigen Stellschrauben gedreht: Die jeweiligen Aktionen werden von MAIN CHARACTER nun flüssiger und ohne jegliche Verzögerung ausgeführt und die Dialoge und Zwischensequenzen lassen sich nun endlich überspringen. So abwechslungsreich die neuen Schauplätze aber auch sein mögen und so sehr die Entwickler sich um den nötigen Feinschliff bemüht haben: Die Missionsgestaltung ist erneut nicht sonderlich innovativ ausgefallen und erinnert an die bekannte 0815-Kost der anderen Genre-Vertreter. Meist sind wir mit „Taxiaufgaben“ beschäftigt, sprich: Finde A und bringe es zu Person B, gehe mit D zu Person C und besuche zum Abschluss der Mission erneut Person B. Die Spielgestaltung bietet letztlich also keine Möglichkeit zur freien Entfaltung und ist strikt linear. Geübte Spielerinnen und Spieler werden die Credits daher auch nach bereits gut zehn Stunden auf dem Bildschirm flimmern sehen – wer alle Nebenquests und Sammelaufgaben erledigen möchte, wird hingegen noch ein paar mehr Stunden mit SPIEL XY: REVENENT beschäftigt sein.

SPIEL XY: REVENENT erfindet die Reihe nicht neu, bietet aber dennoch einige Stunden gewohnt starken Spielspaß, der vor allem Fans der Reihe an den Bildschirm fesseln wird. Doch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung bedeutet dies bei Weitem nicht: Während Genrefans bedenkenlos zugreifen, sollten Neulinge den Titel vor dem Kauf unbedingt Probe spielen.

Unsere Wertung: 7 / 10


Der Autor dieses Spieltests hat mehrere Jahre als Redakteur für ein „klassisches“ Videospielmagazin im Internet geschrieben. Für die unzähligen Floskeln, die fehlenden (relevanten) Informationen zum Spiel selbst, die halbgaren Aussagen über die „audiovisuelle Präsentation“ und für den enorm überflüssigen Part über die Tastenbelegung (mitsamt Beschreibung der jeweiligen Tastenaktion) bitten wir daher herzlichst um Entschuldigung.

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